HÖRTEXTE (3. TOURISMUS)

1. A. Rolle des Tourismus

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Reporterin: Welche Auswirkungen hat Tourismus auf die Gesellschaft? Positive oder negative?

Herr Osten: Der Tourismus hat positive und negative gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Auswirkungen. Positiv ist, dass der Tourismus Arbeitsplätze schafft und den Wohlstand der Menschen, die in touristischen Regionen leben, beeinflusst. Es entstehen viele neue Jobs im Servicebereich, wie zum Beispiel in Hotels oder Restaurants. Die Touristen wollen sich erholen, interessant Zeit verbringen und erwarten viele Möglichkeiten wie zum Beispiel surfen, segeln usw. Der Tourismus liefert das Geld. Um ihre Gäste zu versorgen, kaufen Hotels oder Restaurants Produkte aus ihrer Region, die meist billiger und einfacher zu liefern sind. Leute müssen eine Fremdsprache lernen, um in der Tourismusbranche arbeiten zu können, das steigt das allgemeine Bildungsniveau in der Gesellschaft.

Reporter: Bringt der Tourismus nur die wirtschaftlichen Vorteile mit? Gibt es keine negativen wirtschaftlichen Faktoren?

Herr Osten:  Doch, es gibt. Profitieren nur Bereiche, die mit Tourismus verbunden sind.

Reporter: Aber der Tourismus schadet der Umwelt und Natur.

Herr Osten: In diesem Bereich gibt es sowohl Vorteile als auch Nachteile. Es gibt positive ökologische Auswirkungen des Tourismus. Strände und Umgebung werden gepflegt und sauber gehalten. Zusätzlich gibt es viele Naturschutzparks, welche auch durch Geld der Touristen finanziell unterstützt werden.

Reporter: Der Bau von Straßen, Hotels und anderer touristischen und auch nicht touristischen Einrichtungen führt zu einer Zerstörung der Flora und Fauna in der Umgebung.

Herr Osten: Das stimmt. In der Touristiksiason gibt es viel Verkehr auf den Straßen. Das durch die Verkehrsmittel produzierte CO2 zerstört die Umwelt und die Luft. Es gibt auch Probleme mit Müll. Die Touristen lassen viel Müll auf den Straßen, in den Wäldern usw. Dadurch leidet die Umwelt und die Natur. 

Reporter: Die Medien berichten, dass der Tourismus kulturell bereichernd ist. Stimmt das?

Herr Osten: Der Tourismus kann auch bereichernd sein. Die Touristen interessieren sich für Bräuche, Traditionen oder Baudenkmäler der Regionen, wohin sie fahren. Ihr Geld dient der Erhaltung historischer Gebäude und Bräuche.

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Lara Nickel, 23 Jahre, Köln: Letzten Sommer bin ich mit meiner Freundin in Kanada „von Couch zu Couch“ gereist. Zwei Monate lang übernachteten wir mal bei kanadischen Familien, mal in kleinen Studentenzimmern. Ich glaube, besser kann man Land und Leute nicht kennenlernen. Zusammen mit einer Freundin unterwegs zu sein, gab mir das Gefühl von Sicherheit. Mittlerweile würde ich aber auch lieber alleine „CouchSurfer“. Anhand der Profile kann man schon ganz gut erkennen, ob man jemandem vertrauen kann oder nicht. Außerdem kann man sofort wieder gehen, wenn einem der Gastgeber beim ersten Treffen komisch erscheint. Die meisten „CouchSurfer“ sind lebenslustige und offene Menschen.

David Heller, 19 Jahre, Erfurt: Meine ersten Erfahrungen mit „CouchSurfing“ habe ich in England gemacht. Zusammen mit meinem Freund bin ich nach London gereist. Wir wollten nicht nur die Stadt kennenlernen, sondern auch mit Einheimischen in Kontakt kommen. Wir übernachteten bei zwei Londonern und trafen einen dritten zum Abendessen. All diese Begegnungen waren wundervoll. Durch „CouchSurfing“ lernten wir England viel besser kennen, als wenn wir in einem Hostel übernachtet hätten. Seit diesem Urlaub habe ich bereits an mehreren „CouchSurfing-Treffen“ in Deutschland teilgenommen. Beim nächsten Urlaub werde ich ganz sicher wieder „CouchSurfen“.

Andreas, 20 Jahre, Hamburg: „CouchSurfing“ zu reisen, bedeutet die Welt aus einer anderen Perspektive kennenzulernen als ein normaler Tourist. Man sieht nicht nur die typischen Sehenswürdigkeiten, sondern bekommt einen viel intensiveren Eindruck von seinem Reiseziel. Man wohnt bei Einheimischen, kocht und isst mit ihnen zusammen und  lernt ihre Mentalität kennen. Man sieht wirklich interessante Sachen. Als Gastgeber kann man ja auch junge Leute aus der ganzen Welt zu sich nach Hause einladen.

Corinna, 25 Jahre, Münster: Ich bin seit drei Jahren Mitglied bei „CouchSurfing“ und hatte in der Zeit viele tolle Erlebnisse. Einmal war ich zum Beispiel zu Gast bei der Schwedin Emma. Emmas Eltern leben auf einem Bauernhof in einem kleinen Dorf in Südschweden. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich dort geangelt, eine Kuh gemolken und ein Kalb gefüttert. Wir haben Krebse gefangen und ein großes Krebsessen veranstaltet - typisch schwedisch. Dieser Urlaub war ein richtiges Abenteuer. Letztes Jahr habe ich bei Filippo in Italien gewohnt. Wir haben uns sehr gut verstanden und sind in Kontakt geblieben. Vor ein paar Wochen ist er zu mir nach München gekommen und ich konnte seine Gastfreundschaft erwidern.